Technik, die begeistert! -Wie verbessere ich meine Fahrtechnik-Skills?

Tja… Ein sehr kluger Mensch sagte einst: „Das Leben ist wie Fahrrad fahren. Um die Balance zu halten, musst Du in Bewegung bleiben“!   -Albert Einstein

So dachte ich mir, vielleicht belege ich mal einen MTB-Technik-Kurs, um meine Fahrskills etwas auszubauen 🙂

 

Was ist so ein Technik-Kurs überhaupt?

-Also im Grunde wird von einem Trainer oder Trainerin ein geschützter Raum geschaffen, in dem das Fahrrad, das Gelände und der eigene Körper mal auf neue Art und Weise erforscht werden. Es wird beobachtet und Feedback gegeben. Grundlagen als auch und Neues werden gelegt, vertieft und erweitert.

 

Warum ist das wichtig?

-Wenn wir uns auf dem Fahrrad gut und technisch bewegen, sinkt die Wahrscheinlichkeit zu stürzen und der Spaßfaktor steigt, weil wir uns bewusster werden, wozu wir und was das Fahrrad eigentlich alles in der Lage sind (und auch, wovon wir lieber noch die Finger lassen)    🙂     DENN: Bewusstes und sicheres Fahren ist DIE Grundlage um dauerhaft Spaß mit dem Bike zu haben und Fortschritte zu erlangen!

Manchmal denken wir, dass wir bereits alles wissen.

Manchmal denken wir, dass wir bereits alles richtig machen.

Manchmal braucht es einen objektiven Blick von Außen, der mir dann sagt: Vielleicht kann ich ja doch noch nicht alles^^  Sportwissenschaftlich heißt es: Selbstwahrnehmung & Fremdwahrnehmung driften manchmal auseinander.  DESHALB ist es wichtig, sich (beispielsweise bei einem angeleiteten Fahrtechniktraining) beobachten zu lassen und den einen oder anderen Tipp abzugreifen 🙂

 

Was kostet sowas?

-Tja…  wenn wir uns weiterentwickeln wollen, tätigen wir Investitionen um weiter zu kommen. Gute Dinge kosten manchmal gutes Geld. So ist das^^      In der Regel kosten 1-Tageskurse meist so zwischen 50-100€, je nach Organisation, und 2-Tageskurse liegen da zwischen 120-200€. ES IST EINE INVESTITION, VON DER WIR NOCH LANGE PROFITIEREN!

 

Wie läuft so ein Kurs ab?

-Es wird sich morgens an einem festgelegten Ort getroffen. Am Lift, Bike-Häuschen, etc. Der Trainer/ Trainerin stellt sich vor, checkt die Bikes der Teilnehmenden und die lose angereisten Leute lernen sich kennen und werden eine Gruppe.

Nach einem „Wie checke ich eigentlich mein Fahrrad, bevor ich fahre?“ werden auf einem Parkplatz o.Ä. diverse Grundfahrtechniken geübt bzw. wiederholt: Grundposition, Action-Position, richtiges Bremsen, Kurven fahren, Bunnyhop, etc. Die lehrende Person schaut allen Teilnehmenden zu und gibt Tipps. Hütchen, Fähnchen, Markierungen sind am Start   😉

Es wird natürlich auch ins Gelände gegangen und die Grundtechninken werden direkt im Feld oder in Wald und Wiese angewandt. -Was auf dem Parkplatz noch total einfach schien, kann im Wald dann auf ein mal ganz anders sein!

Gemeinsam wird zu mittag gegessen, alle Teilnehmenden verfolgen ja ungefähr das gleiche Ziel -sich weiter zu entwickeln- und es wird sich nett unterhalten 🙂

Am Nachmittag wird wieder gefahren, was das Zeug hält und die Lehrperson widmet sich auch mal jeder und jedem Teilnehmenden in einer 1:1-Situation und gibt Feedback. Sprich: Mal fährt Trainer_in vor und ich fahre nach. Oooooooder Trainer_in fährt mir nach und guckt, was ich da eigentlich mache. Oooooooooder Trainer_in steht an einer Schlüsselstelle, schaut von dort oder steht in Hilfestellung für den Fall der Fälle bereit um „das Schlimmste“ abzufangen. Also sprich mich, sollte ich mich an dieser Schlüsselstelle auf die Nase legen wollen *hahaha*

 

Falls das Video nicht gehen sollte: https://www.youtube.com/watch?v=9kp-EQ77UFA

Was habe ich gelernt?

Jeder Mensch ist ja bekanntlich unterschiedlich und was der einen Person leicht fällt und sich bereits zu einem natürlichen Habitus entwickelt hat, fällt einer anderen Person schwer und sie muss noch ganz schön doll an sich arbeiten. So ist das.

Neben Grundpsotition (locker und satt mit beiden Pedalen in waagerechter Position auf dem Bike stehen) und der Action-Position (ähnliche Position mit tieferem Körperschwerpunkt, Ellenbogen, die nach Außen zeigen und gebeugten Knien), Kurven fahren und dessen Pedalstellung, Bremsen: Vorderbremse vs. Hinterbremse, wurde auch der Blick und die Linienwahl geschult.

Der Kopf muss wissen, wo ich langfahre, damit mein Körper auch den richtigen Weg findet! -Klingt schon wieder alles logisch. Tja. Manchmal tun wir uns schwer, uns zu entscheiden, wo wir langfahren wollen.          -Und wenn der Kopf nämlich NICHT weiß, wo es lang gehen soll, woher sollen der Körper oder das Fahrrad es dann wissen??!?!

Verhältnis Vorderbremse zu Hinterbremse sollte 70:30% sein. Wieso? Alles, was das Hinterrad berührt, muss erst am Vorderrad vorbei. Deshalb ist es sinniger, vorne mehr zu bremsen. Mein Techniktrainer hat das auch anschaulich vorgeführt: Wenn wir vorne die Bremse ziehen und das Bike schieben wollen, bäumt es sich hinten auf, vorne ist gestoppt.    -Ziehen wir allerdings die Hinterradbremse und schieben das Bike, blockiert das hintere Rad zwar, aber wir rutschen trotzdem weiter. Deshalb: Vorne mehr bremsen als hinten, bitte.    (Außerdem empfielt es sich kontrolliert zu bremsen. Den Druckpunkt finden und nutzen.)

 

Was habe ich noch gelernt: Den Körperschwerpunkt tief halten, Arme und Beine ebenfalls als „Federelemente“ nutzen, den Kopf möglichst ruhig halten auch, wenn es ruppig wird und mit vorausschauenden Blick meine Linien rechtzeitig sehen und dann auch treffen.

Desweiteren war PUSHEN ein großes Thema!  Aus jeder kleinen Bodenwelle ist es möglich Schwung mitzunehmen und dadurch Geschwindigkeit aufzubauen!   -Klingt alles total logisch, muss aber auch erst mal gesagt werden. Woher soll ich es sonst wissen?!?!

Mit einem auferlegten Tretverbot war ich dann gezwungen, auch die flachen Passagen der Strecke nur mit pushen zu bewältigen.

 

Was kann so ein Kurs NICHT?

Wenn ich also einen Technikkurs belegt habe, bin ich ab sofort Profi und kann und weiß alles!   -Falsch.

Ich habe in geschütztem Raum üben können und habe Feedback erhalten, auf welche Dinge ich mich in Zukunft bei mir selbst konzentrieren muss. Ich kann auch meine Freunde bzw. Mitradler_innen bitten, mal darauf zu achten, ob ich denn dies oder jenes auch wirklich umsetze.  Selbstwahrnehmung vs. Fremdwahrnehmung.

In einem Fahrtechnik-Kurs kann ich lernen, konstruktive Kritik erhalten, neue Dinge kennenlernen und ausprobieren und mit Beobachtung kann ich schon mal üben, bis das Grundgerüst da ist. Der Kurs legt quasi die Grundlage für ein verbessertes Üben. Wenn wir so wollen, gibt der Kurs uns Hausaufgaben auf 😀 😀 😀

 

Jetzt ihr!

Wie komme ich an so ein Training ran?

Es gibt viele Bikeschulen oder erfahrene Techniktrainer und Techniktrainerinnen. Viele Bikeparks oder Trailsparks bieten Kurse an.

Meinen Kurs habe ich absolviert im wunderschönen Fichtelgebirge am Ochsenkopf!

http://www.bullheadhouse.de/bullhead-bike/technikkurse.php

Es gibt MTB-Trainings und Touren, E-Bike-Technik-Kurse, es gibt reine Frauenkurse und für jede Könnerstufe ist was dabei! In meinem Fall hatte ich den Downhill-Technik-Kurs   🙂

 

PS:

Es ist möglich sich ein tolles Fahrrad zu kaufen. Es ist auch möglich, sich tolle Bike-Klamotten zu leisten. Ich kann auch Geld in einen Kurs investieren.

Aber eine Sache kann ich nicht kaufen:   Mut.

 

 

Ride on!!!

 

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