IXS Cup Ilmenau! Xena on Podium!

Proudly representing Humboldt Universität zu Berlin at Deutsche Hochschulmeisterschaft Downhill Mountainbiking beim IXS Cup in Ilmenau

Rennbericht von Sinah Laube

Feuer, Wasser, Luft und Erde. Alle vier Elemente sind am Wochenende in Ilmenau vertreten. Von staubtrocken über glitschig und rutschig bis hin zu griffig und aufregend ist alles dabei!

Beste Stimmung, tolle Atmosphäre bei DER „Absoluten Abfahrt“!
So ein Rennwochenende geht meist von Freitag bis Sonntag.
Bei der Streckenbegehung am Freitag -oder auch Trackwalk- fiel mir fast das Herz in die Hose: „Ai, ai, ai…  hier soll ich mit dem Fahrrad runterfahren?!? Und das auch noch halbwegs zügig?!?   Oha…“     Lose Steine, lockerer Boden, offene Kurven, staubtrocken, rutschig, kleinere wie auch größere Absätze, alles voller Wurzeln UND! -ein Steinfeld, das sich gewaschen hat.  Schei*e…

Ich kümmer mich dann mal ausgiebig um mein Fahrrad, anstatt um die Strecke im Wald und lasse die anderen 599 Fahrer und Fahrerinnen schon mal die guten Linien suchen 😀 😀 😀

Doch Freitag Nacht sollte sich alles ändern. Es regnet. Nein, es schüttet! Es gießt wie aus Eimern und Samstag früh im nassen Wald auf dem Bike rumzurutschen macht leider nicht so viel Spaß…
Manchmal braucht es ein bisschen, sich mit den neuen Gegebenheiten anzufreunden:

Die richtigen Lines suchen, fahren, verkacken, ein kleines Stückchen wieder hochschieben und noch mal anders probieren steht ganz oben auf der To-Do-List.

                                                     In Regenklamotten geht es auf zum Seedingrun!
Der Qualifikationslauf bzw. SeedingRun am Samstag beginnt für mich um 14:41:30. Aufgeregt stehe ich mit den anderen Fahrerinnen meiner Kategorie am Startzelt.
Die Fahrerin vor mir rollt los. Noch 30 Sekunden. Ich setze meine Brille auf, atme tief durch. Konzentriere mich. Leise sage ich meine Sätze auf. 10 Sekunden. Ich halte die Luft an. 5 Sekunden. Die Zeit auf der Anzeigetafel wird grün und ich presche los. Erster Sprung läuft super, rein in den Wald, Anliegerkurve, ich drücke mich ab und in den ersten abschüssigen Wurzelteil rein. Der Rest ist improvisiert. So sollte es normalerweise nicht sein.
Was ist das? Die Fahrerin vor mir steht direkt auf der Strecke!

Ich rufe ihr zu, dass sie aufmerksam wird. Sie schaut mich an. Und fährt weiter. „Gut, dann jage ich Dich halt“, denke ich. Ihr dicht auf den Fersen schlängeln wir uns durch den Wald. Kurz vor dem finalen Schlussprung in den Skihang höre ich eine andere Fahrerin hinter mir, aber sie hat keine Chance. Stattdessen nutze ich meinen Schwung und rase ungebremst an der Fahrerin vor mir vorbei. 3:33 Minuten mein Ergebnis Seeding Run.

Sonntag während der Trainingzeit fahre ich alle Passagen mehrmals direkt nacheinander ab um mir die perfekten Lines einzuprägen.
Fast hätte ich sturzfrei in den Rennlauf gehen können, aber ein unkontrollierter Fahrer mit HighSpeed springt mir in den Rücken. Wir gehen zu Boden, unsere Bikes und wir rollen die Strecke runter. Hart aber herzlich wird meine ungewollte Reise von einem Baum gebremst… Ich muss erst mal Luft holen. Ein Raunen geht durch die Zuschauer, die bereits das Training anschauen, als ich wieder aufstehe.Aber: Ich bin so weit. Die Strecke auswendig im Kopf gehe ich -überraschenderweise- ziemlich entspannt an den Start.
Es läuft gut. Ich fahre alles wie im Training geübt, sicher und souverän.
Das Fahrrad lenkt dorthin, wo ich hinschaue. Mein Blick geht koordiniert und treffsicher weit nach vorn an die richtigen Fixpunkte und mein Fahrrad bringt mich sicher den Berg hinab. Der Boden ist mittlerweile durch den Regen ein bisschen zäh, aber schön griffig. Auf ein mal höre ich meinen Namen. Ich schaue hin. „Nein… wieso habe ich hingeschaut??!?“ -Und da hab ich doch glatt die S-Kurve vermasselt, weil ich mich habe ablenken lassen. Weiter geht’s: Mit voll Karacho über das sogenannte „Waschbrett“, dass es mich nur so schüttelt. Mit viel Schwung und einer kleinen Portion Style und fixiertem Blick scheppere ich durch das Steinfeld!
An DER legendären Ilmenauer Fankurve werde ich mit Kettensägen, Tröten und Trompeten angefeuert, was das Zeug hält und tatsächlich hole ich schon wieder die Starterin vor mir ein! Ich rufe, dass ich sie überholen will, aber es bietet sich keine Gelegenheit. Kurz nacheinander fahren wir ins Ziel ein.

Von Natur aus bin ich keine Rennfahrerin, aber ich arbeite dran. Bekanntlich fiel noch kein Meister vom Himmel und dieses Wochenende werde ich belohnt:

Im Seedingrun am Samstag noch ziemlich weit hinten platziert, geht Sonntag im Rennlauf der bronzefarbene Platz 3 in der DHM der Klasse „Open Women“ an MICH! Somit darf ich zum ersten Mal auf dem Podium stehen und voller Freude und Stolz meine Urkunde und mein Präsent entgegennehmen  🙂

Vielen Dank an Jürgen Albrecht Sport-Photographie für das tolle Bild!

 

PS: Zur Vorbeugung von Missverständnissen ist zu sagen, dass das Ranking der Deutschen Hochschulmeisterschaft ein anderes ist, als das aus dem IXS Cup. Einerseits will ich nicht zu dick auftragen, andererseits bin ich stolz, mich gegen meine Mit-Studentinnen auf den dritten Platz gekämpft zu haben.

Ich habe Podium-Luft geschnuppert und Lust auf mehr!

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